„Es sind nicht die Dinge selbst, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge.“

(Epiktet)

Wir stellen uns vor – unsere Familie zwischen Notfällen, Alltag und Maultaschen-Diebstahl

Willkommen auf unserem Blog.
Wir sind eine fünfköpfige Familie, zwei Hunde, zwei Katzen und der tägliche Versuch, Ordnung in ein Leben zu bringen, das sich ununterbrochen wie eine Mischung aus medizinischer Großlage, Schuljahresendspurt und sonntäglichem Familienfrühstück anfühlt.

Wir heißen Lenka und Michael, beide Ärzte in der Akut- und Notfallmedizin. Beruflich geht es bei uns oft um Minuten, Entscheidungen und klare Abläufe. Privat… sagen wir mal so: Unsere Kinder und Tiere haben ein etwas flexibleres Verständnis von „Struktur“.

Durch unsere Arbeit haben wir gelernt, wie man mit knappen Ressourcen (zuhause fehlt meist die Ressource “Zeit”), Stress und Druck umgeht. Die Konzepte, die bei unserer Arbeit dafür selbstverständlich sind, lassen sich ganz wunderbar auch zuhause anwenden.

Eines müssen wir vorweg klarstellen: Wir wollen nicht die Notfallmedizin mit unserer Familie vergleichen. Bei unserer Arbeit geht es oft um Schicksalsschläge oder zumindest um Situationen, die man sich nicht wünscht. Unsere Familie ist das Gegenteil, ein Ausgleich zur Arbeit, unser Lebensinhalt, die Quelle unserer Lebensfreude, unser Ikigai. Natürlich soll das auch nicht so klingen, als würden wir die Tragik, die unsere Arbeit mit sich bringen kann, durch diesen Vergleich relativieren.

Der gemeinsame Nenner ist allerdings, dass es etliche Situationen gibt, die man nicht planen kann; Dinge die einfach so passieren. Da fehlt morgens fünf Minuten vor Abfahrt, wenn man eh zu spät ist, das Formular für die Klassenfahrt, das man bis heute abgeben muss. Und schon beginnt der Stress, die Ressourcen (hier: Zeit, Geduld, Nerven) werden knapp, die Lautstärke steigt, die Ruhe ist längst vorbei, die Kinder kommen zu spät zur Schule, man selbst verpasst einen Termin bei der Arbeit, das Unheil nimmt seinen Lauf.

Wir wollen nicht sagen, dass uns solche Dinge nicht passieren. Ganz im Gegenteil: in unserem Haushalt mit aktuell acht Lebewesen passieren diese Dinge ständig. Wären wir die perfekt organisierte Familie, gäbe es diesen Blog wohl nicht. Wir haben mittlerweile auch gelernt, dass sich solche Situationen, die sich von Stresslevel 10 auf 100 in drei Sekunden katapultieren, nicht vermeiden lassen und immer wieder auftreten werden.

Was uns allerdings unsere Arbeit für den Umgang mit Stress lehrt ist ganz einfach: be prepared and keep it simple.

Die Vorbereitung für genau diese Situationen ist es, was wir hier teilen wollen. Unser Hirn ist nicht zum Speichern von den Dingen, die der Alltag mit sich bringt geeignet, schon gar nicht wenn es stressig wird und Ressourcen knapp werden. Analoge und digitale Hilfsmittel unterstützen uns, geben uns ein Fundament oder eher einen doppelten Boden - oder auch ein “Second Brain”, das unter Stress genauso gut funktioniert wie in Ruhe.

Unsere Kinder – drei Kapitel derselben Geschichte

Zwei Jungen laden einen eingetopften Weihnachtsbaum aus einem weißen Van, während sie in einer parkähnlichen Umgebung mit Bäumen und anderen geparkten Fahrzeugen sind.
Zwei retrieverähnliche Hunde in Jacken sitzen in einem Autositz. Einer vorne, der andere hinten.

Da wären:

  • Samuel, Oberstufe, Daueroptimist in Sachen Leichtathletik-Karriere und Weltverbesserungsplänen. Sein Tag hat für ihn 36 Stunden, nur der Rest der Welt kommt nicht hinterher.

  • Layla, fast in der Mitte zwischen Teenagerrealität und dem Versuch, den Überblick über alles zu behalten. Sie hat vermutlich am besten verstanden, dass Familie ein Team ist – ein chaotisches, aber doch funktionierendes.

  • Michi, Grundschule, Energiequelle, Verhandlungsgenie und gelegentlich unbeabsichtigter Auslöser für spontane pädagogische Panikreaktionen.

Zusammen bilden sie eine Dynamik, die wir als Erwachsene manchmal moderieren, manchmal bewundern und manchmal einfach nur überleben.

Unsere Tiere – der inoffizielle vierbeinige Krisenstab

Zum Haushalt gehören zwei Hunde und zwei Katzen, die überzeugt sind, dass:

  1. der Familienbulli eigentlich ihnen gehört

  2. Regeln optional sind

  3. Maultaschen ein Grundrecht darstellen

Der Hund, der jüngst ebendiese Maultaschen stahl, bleibt anonym. Wir möchten weiteren Straftaten vorbeugen und die Ermittlungen nicht gefährden.

Was wir hier machen

Dieser Blog ist unser Versuch, die vielen Teile unseres Alltags einzufangen:

  • das Patchwork-Leben

  • die kleinen und großen Katastrophen

  • medizinisches Wissen, das Familien wirklich hilft

  • Routinen, die wir ausprobieren, verwerfen, verbessern

  • Reisen im Bulli, wenn uns der Freiheitsdrang packt

  • Momente, die man nur mit Kindern erlebt

  • und Fotografien, die zeigen, was Worte nicht können

Es ist ein Ort für Geschichten, Gedanken und Dinge, die uns helfen (oder zumindest unterhalten).

Was wir nicht machen

Wir werden nicht so tun, als sei bei uns immer alles harmonisch, perfekt oder „achtsam“.
Eher im Gegenteil: Wir zeigen, wie man als Familie funktioniert, wenn der Alltag gleichzeitig rennt, stolpert und zwischendurch um eine Ecke biegt.

Warum wir das teilen

Weil wir glauben, dass das echte Leben – das unperfekte, warme, humorvolle – am stärksten verbindet.
Weil Familien ähnlich ticken, auch wenn sie ganz unterschiedlich aussehen.
Und weil wir selbst gern Blogs lesen, die nicht vorgaukeln, dass alles immer rundläuft.

Wenn du hier gelandet bist, bist du wahrscheinlich neugierig, chaotisch-kompatibel oder einfach auf der Suche nach Inspiration, Wissen oder einem verständnisvollen Lachen.

Warum der Bulli eine große Rolle spielt

Zunächst ist die Geschichte, wie wir zu dem Bulli kamen ein wunderbares Beispiel dafür, dass wir bisher viele Hindernisse im Familienleben ohne Schaden umschifft haben. Diese Geschichte werden wir im Blog teilen und hoffen, dass sie Euch in augenscheinlich aussichtslosen Situationen ein Fünkchen Hoffnung gibt.

Ausserdem ist unser Bulli unser Instrument aus dem Alltag zu entkommen. Klar, dieses Auto mit seinem Platzangebot, den vielen Sitzen und und und erleichtert auch den Alltag, keine Frage. Was würden wir nur ohne machen? Doch hat uns damals, als der Bulli plötzlich vor der Tür stand, eine ganz neue Motivation gepackt, als Familie viele große und kleine Abenteuer zu erleben und den Alltag zu vergessen. Auch dazu werden viele Geschichten folgen.

In jedem Fall: schön, dass du/ihr da bist/seid.
Wir freuen uns, dich/euch mitzunehmen in unseren Alltag – mit all seinen Unwägbarkeiten, Umwegen und unerwartet schönen Momenten.

Bei Fragen zu uns oder diesem Blog: gerne Kontakt aufnehmen oder auf die FAQ klicken