PARA im Alltag - Ein HowTo für Familien
Schritt für Schritt von Chaos zu „läuft überraschend gut“
PARA wurde von Tiago Forte popularisiert. Das ist nett zu wissen, aber für den Familienalltag komplett egal. Entscheidend ist, dass ihr es konsequent simpel haltet. Hier ist der Ablauf, der sich bewährt.
Schritt 1: Entscheidet euch für EIN Zuhause
Bevor ihr irgendwas sortiert, klärt ihr das Wichtigste:
👉 Wo lebt euer PARA-System?
digital (z. B. Notizen-App, Ordnerstruktur, Cloud)
analog (Ordner, Mappen, Familienplaner)
oder hybrid (realistischste Variante)
so machen wir es, anders geht es auch nicht, so lange es noch Papierpost, Formulare, etc. gibt
Regel:
PARA darf nicht an fünf Orten gleichzeitig existieren.
Ein zentrales System, sonst könnt ihr es gleich lassen.
Schritt 2: Legt die vier PARA-Hauptordner an
Ganz egal wo, ihr erstellt exakt diese vier Oberkategorien: (Notizen-App, Ordner auf der Festplatte, …)
Projekte
Areas
Ressourcen
Archiv
Nicht kreativ werden, nicht umbenennen und nicht optimieren.
PARA funktioniert, weil es langweilig ist.
Schritt 3: Projekte richtig anlegen (der häufigste Fehler)
Frage für alles, was euch gerade beschäftigt:
„Hat das ein klares Ziel und ist es irgendwann fertig?“
Wenn ja → Projekt
Beispiele:
„Sommerurlaub 2026 planen“
„Kinderzimmer neu einrichten“
„Geburtstag vorbereiten“
„Steuererklärung 2025“
„Blogartikel PARA schreiben“ (ja, der hier)
So sieht ein gutes Projekt aus:
eindeutiger Name
klarer Abschluss
alles, was dazu gehört, liegt darin
Notizen
Links
Fotos
…
Keine Dauerbaustellen. Wenn etwas kein Ende hat, ist es kein Projekt.
Schritt 4: Areas definieren – nüchtern, nicht romantisch
Areas sind Verantwortungsbereiche.
Hier liegen keine Träume, keine Visionen, kein Wunschdenken. Hier wohnen die Dinge, die laut werden, wenn sie missachtet werden.
Typische Familien-Areas:
Familie
Haushalt
Schule & Ausbildung
Gesundheit
Arbeit
Finanzen
Haus & Grundstück
Haustiere
Versicherungen
In Areas liegen:
Routinen
Standards
Checklisten
laufende Verpflichtungen
Wichtig:
Keine To-do-Explosion hier. Areas sollen stabil bleiben, nicht wachsen wie ein Hefeteig.
Schritt 5: Ressourcen sammeln ohne schlechtes Gewissen
Alles, was interessant ist, aber nicht aktiv bearbeitet wird, kommt hier rein.
Beispiele:
Rezepte
Reiseideen
Trainingspläne
Artikel
Anleitungen
Inspiration
Ressourcen üben keinen Druck aus!
Wenn ihr merkt: „Das wollen wir jetzt umsetzen“ → ab damit in ein Projekt.
Schritt 6: Archivieren lernen (mentale Hygiene)
Sobald ein Projekt abgeschlossen ist:
→ ins Archiv
Nicht löschen, nicht liegen lassen.
Und bitte nicht sentimental werden.
Das Archiv:
hält das System schlank
bewahrt Erfahrungen
verhindert mentalen Müll
Regel:
Aktives Leben vorne, Erinnerung nach hinten. Aber: Das Archiv ist keine Einbahnstrasse!
Schritt 7: PARA familienfähig machen
Jetzt der Teil, den Produktivitätsblogs gern vergessen:
Kinder sind keine Projektmanager.
So passt ihr PARA an:
Kinder bekommen vereinfachte Strukturen
wenige, klare Projekte
visuell denken (Listen, Farben, Symbole)
Verantwortung altersgerecht
PARA ist kein Kontrollinstrument sondern es ist eine Entlastung.
Schritt 8: Wöchentlicher Mini-Reset (10 Minuten, wirklich, bitte. Nicht mehr!)
Einmal pro Woche:
offene Projekte prüfen
erledigte Projekte archivieren
neue Dinge einsortieren
Nicht optimieren und nicht umbauen. Finger weg von der Grundstruktur!
Wer PARA ständig umbaut, sucht keine Ordnung, sondern Beschäftigung.
Häufige Fehler (bitte vermeiden)
PARA als To-do-Liste missbrauchen
zu viele Projekte gleichzeitig
Areas mit Aufgaben überladen
Ressourcen in Projekte quetschen
nichts archivieren
Oder kurz gesagt:
PARA scheitert nicht an Komplexität, sondern an Ungeduld.
Wenn das System erst einmal steht und ein Projekt angelegt ist, dann können die meisten Tools wie Noteplan, Devonthink, Evernote, Notion, etc. einzelne Notizen, Ressourcen und sogar Termine miteinander verlinken, so dass eine grosse in sich vernetzte Wissensdatenbank entsteht. Dazu mehr bei den Artikeln über die einzelnen Apps.
Fazit
PARA funktioniert im Familienalltag, weil es:
Entscheidungen vereinfacht
Verantwortung sichtbar macht
mentale Last reduziert
Diskussionen ersetzt durch Klarheit
Es macht das Leben nicht perfekt.
Aber es macht es übersichtlich genug, um wieder Luft zu haben.