PARA im Familienalltag
Familienleben ist kein Projektmanagement
Unser Familienleben ist komplex.
Fünf Personen (mit Aupair manchmal sechs), Schule, Arbeit, Termine, Hobbys, Haustiere, Haushalt, Finanzen, Reisen, spontane Ideen und der ganz normale, manchmal völlig unnormale Alltagswahnsinn.
Lange Zeit hatten wir viele gute Einzelansätze: To-do-Listen, Notizen, Apps, Kalender, Erinnerungen. Alles irgendwie hilfreich, aber nie wirklich zusammenhängend. Viel im Kopf, wenig Überblick, ständig das Gefühl, etwas zu vergessen.
Die Lösung kam mit PARA.
Was PARA ist – und was nicht
PARA ist kein Tool, keine App und auch kein starres Regelwerk.
PARA ist eine Struktur, die sich auf alles anwenden lässt: digital, analog, privat, beruflich – und erstaunlich gut auf den Familienalltag.
Popularisiert wurde das Konzept von Tiago Forte, unter anderem durch das Buch Building a Second Brain. Die Zielgruppe ist eigentlich der Wissensarbeiter- und Managementbereich. Umso überraschender ist, wie gut sich der Ansatz auf Familien übertragen lässt – wenn man ihn konsequent vereinfacht.
Denn genau darum geht es bei PARA: Einfachheit durch klare Kategorien.
Was bedeutet PARA?
PARA steht für vier Kategorien:
P – Projekte
A – Areas (Lebensbereiche)
R – Ressourcen
A – Archiv
Mehr ist es nicht.
Und genau deshalb funktioniert es.
Der entscheidende Punkt ist nicht die Struktur selbst, sondern das Verständnis der Unterschiede zwischen diesen Kategorien.
Projekte – alles, was ein Ende hat
Projekte sind zeitlich begrenzt.
Sobald etwas abgeschlossen werden kann, ist es ein Projekt.
Typische Familienprojekte:
Renovierung eines Zimmers
Urlaubsplanung
Umgestaltung des Gartens
Geburtstagsparty
Ein Projekt hat:
einen klaren Start
ein klares Ziel
ein Ende
Alles, was aktuell Aufmerksamkeit braucht, liegt hier. Ist das Ziel erreicht, verschwindet es aus dem Alltag und wandert ins Archiv.
Areas – Verantwortung ohne Enddatum
Areas enden nie.
Sie beschreiben Verantwortungsbereiche, die dauerhaft bestehen.
Typische Areas im Familienkontext:
Familie & Beziehungen
Haushalt
Gesundheit
Schule & Ausbildung
Arbeit
Finanzen
Haus & Grundstück
Haustiere
In Areas liegen keine konkreten To-dos, sondern:
Routinen
Standards
Checklisten
laufende Verpflichtungen
Areas sind das stabile Fundament des Systems.
Aufgaben, Projekte und Areas – eine wichtige Klarstellung
Eine einzelne Aufgabe ist kein Projekt.
Beispiel:
„Rechnung Versicherung X am 01.03. überweisen“
Das ist eine Aufgabe für die To-do-Liste. Man lässt sich erinnern, erledigt sie und darf sie anschließend vergessen.
Will man die Aufgabe dokumentieren, ergänzt man sie um eine Notiz:
Rechnungsnummer
Zahlungsdatum
Konto
Scan der Rechnung
Diese Information gehört dann in die passende Area.
Nicht in den Kopf.
Ressourcen – Wissen ohne Druck
Ressourcen sind alles, was interessant ist, aber nicht aktiv umgesetzt wird.
Beispiele:
Reiseideen
Rezepte
Trainingspläne
Artikel, PDFs, Anleitungen
Inspiration für Haus & Garten
Ressourcen erzeugen keinen Handlungsdruck.
Wenn aus einer Ressource etwas Konkretes wird, entsteht daraus automatisch ein Projekt.
Archiv – Ordnung ohne Verlust
Das Archiv ist kein Mülleimer.
Es ist ein Gedächtnis.
Hier landen:
abgeschlossene Projekte
alte Schuljahre
vergangene Reisen
frühere Pläne
Das schafft Ordnung im Jetzt, ohne die Vergangenheit zu löschen.
Rechtlich relevante Dokumente gehören dabei bewusst in ein separates, besonders gesichertes Archiv.
Warum PARA für Familien funktioniert
gemeinsames Ordnungssystem
skalierbar vom Kind bis zu den Eltern
tool-unabhängig
weniger Chaos, weniger Diskussionen
Klarheit darüber, was gerade wichtig ist
PARA zwingt uns nicht, mehr zu tun.
Es sorgt dafür, dass das Richtige zur richtigen Zeit wichtig wird.
Fazit
PARA bringt nicht nur Ordnung, sondern mentale Entlastung.
Weniger Suchen. Weniger Vergessen. Weniger Reibung.
Und vor allem:
Mehr Zeit für das, worum es eigentlich geht – Familie.